23.07.05

Rückblick

Nach einigen Tagen zurück in der Schweiz ist es Zeit, die letzten knapp sechs Monate nochmals Revue passieren zu lassen, ein Fazit zu ziehen.

Alles in allem erlebte ich in Barcelona eine wunderschöne Zeit. Neben einer faszinierenden Stadt lernte ich nette Menschen kennen und hab auch noch ein wenig Spanisch gelernt. Aber alles der Reihe nach. Was Barcelona zu bieten hat ist wirklich genial: Von unglaublichen Bauten (Sagrada Familia, Big ..., etc.), unzähligen Kulturangeboten (Museum eins bis dreihundertsiebenundneunzig, Palau de la Musica, Liceu, etc.), lauschigen Orten (Parc Ciutadella, Parc Güell, Strand bei Sonnenaufgang, etc.) über eine Vielzahl von Ausgangs-, Einkaufs- und Verweilmöglichkeiten bis hin zum besten Fussballclub Europas, dem FC Barcelona :-) Ohne zu übertreiben: diese Stadt muss man einfach mal gesehen und erlebt haben, es ist einmalig und sie hat wirklich für jeden etwas zu bieten!!

Neben einer neuen Stadt habe ich auch viele nette Menschen kennengelernt. Es ist sehr interessant, mit den verschiedenen Menschen auch über die jeweilige Kultur, Ansichten und Einstellungen mehr zu erfahren. Und dabei sich Gedanken darüber machen, wie es denn eigentlich hier in der Schweiz diesbezüglich aussieht, wie der oder die Schweizerin eigentlich ist. Interessant wird es dann, wenn man das Bild des Schweizers im Ausland mit dem eigenen vergleicht... .

Tatsächlich habe ich während meines Aufenthaltes auch ein wenig Spanisch gelernt, wer hätte das gedacht. Daneben habe ich sicher auch mein Englisch verbessert (und einige Wörter Katalanisch und Finnisch gelernt). Aber eben, mit dem Spanisch-Sprechen happert es noch ein wenig. Wenigstens verstehe ich aber recht viel am TV. Und wenn die Leute sich ein wenig Mühe geben und nicht gleich loslegen wie ein TGV ist auch das kein Problem.

Fazit: ein solcher Aufenthalt im Ausland ist eine lehrreiche Erfahrung und jedem, der die Möglichkeit hat, zu empfehlen. Man lernt Land, Leute, Kultur, Sprache, andere Länder, andere Kulturen, andere Sprachen, andere Leute kennen und erfährt schliesslich auch noch vieles über die Schweiz und die Schweizer. Ich würde sofort wieder ins Ausland gehen... .

Zum Schluss unter dem folgenden Link noch ein paar Photos. Sie sind bunt gemischt (gross Barcelona, klein Gasenried, etc.). Viel Spass!

"Gemischter Salat"

Posted by Bruno at 09:50 | Comments (0)

02.07.05

Alles hat ein Ende..(nur die Wurst hat zwei)

Heute melde ich mich zum letzten Mal aus Barcelona. Am Abend geht mein Studienaufenthalt hier zu Ende. Bevor ich die letzten fünf Monate resümiere zuerst noch ein Beitrag mit den News der vergangenen Wochen.

An der Uni fanden im Juni die verschiedenen Prüfungen statt. Da herrschte vor allem in den Bibliotheken Hochbetrieb. Und es ist nicht anders als in der Schweiz: wer zu spät kommt (oder besser zu spät aufsteht), der hat es schwer einen Platz zu finden. Dafür kann man hier zwischen zwei Bibliotheken auswählen: eine mit Klimaanlage (Pulli nicht vergessen, brrrr..) und eine ohne (schwitz, schwitz). Ich weiss bis heute noch nicht, was besser ist. Die Prüfungsorganisation hier ist um einiges besser als in Fribourg. Bereits kurz nach Semesterbeginn stehen die Prüfungstermine fest. Das ist für die Wahl der Fächer hilfreich. Auch die Prüfung selber läuft unkomplizierter ab. Man findet sich 10 Minuten vor der Prüfung im Saal ein und setzt sich irgendwo hin (einfach immer einen Platz dazwischen frei lassen). Wenn's nicht für alle Platz hat nimmt man einfach den nächsten Vorlesungssaal, basta. Dann schreibt man die Prüfung und am Schluss bei der Abgabe identifiziert man sich mit der Studentenkarte. Circa eine Woche später werden die Resultate ausgehängt. So einfach könnte es gehen... . Ein weiterer positiver Punkt der Uni ist die Druckerei. Sämtliche Dossiers können dort zu einem vernünftigen Preis gekauft werden. Damit erübrigt sich das zeitaufwendige Ausdrucken. Ach ja, im Mai wurde ein neuer Rektor gewählt - grossartig! Jeder Student kann an der Urne wählen gehen. Die Kandidaten werben im Vorfeld der Wahl mit Plakaten und Infoveranstaltungen für sich und ihr Programm. Die Wahl des neuen Rektors (wohl Nichtraucher) zeigt auch schon erste Wirkung: mit Plakaten wird versucht, die Raucher an spezielle Rauchzonen zu bewegen. Bis jetzt mit geringem Erfolg - es wird immer noch überall geschlotet.

Am 23. Juni wurde in Katalonien San Juan und damit die kürzeste Nacht gefeiert. Schon einige Tage im Voraus fanden Kinder Spass daran, stundenlang Petarden zu zünden. In der Nacht des 23. erreichte der 'Krach' seinen Höhepunkt, es wurde Petarde um Petarde gezündet. Die machen einfach nur Krach, kein farbenfrohes Feuerwerk, nichts. Meiner Meinung nach ein Seich, aber sowohl die kleinen als auch die grösseren Kinder hatten eine Menge Spass dabei. Wir haben San Juan zuerst zu Hause mit einem Nachtessen gefeiert. Der Name 'Nachtessen' ist wirklich angebracht: Wir assen abends kurz nach zwölf Uhr! Nach einem wirklich ausgezeichneten Essen (Dank an Meris Mutter, stand wohl den ganzen Tag in der Küche und konnte dann nicht mal mitessen)machten wir uns um drei Uhr auf an den Strand. Was da abging war unglaublich. Die Metro war fast voll, es wurde gesungen, getrunken, getanzt. Am Strand angekommen traute man seinen Augen kaum: Er war gefüllt mit rund 140 000 jungen Leuten. Auch hier wurde getanzt, getrunken, gesungen, gebadet und noch andere Sachen gemacht - eine riesen Strandparty. Um sechs Uhr kam dann eine Polizeikaravane angerollt (ca. 40 Polizeifahrzeuge in einer Reihe mit Blaulicht) und räumte den Strand. Später rückten dann die Kehrichtmänner an. Und das war bitter nötig! Der Strand hat einem einzigen Abfallhaufen geglichen... .

Wieder einmal durfte ich im Camp Nou ein Highlight meines Aufenthaltes erleben. Nach dem Spitzenspiel FCB-Getafe und der Meisterfeier stand diesmal der Museumsbesuch mit Führung an. Die Führung erlaubt den Zutritt zu allen möglichen Räumlichkeiten des Stadions: Umkleidekabine, Kappelle, Trainerbank, Presseraum, Kommentatorenkabinen, VIP-Zone, Tribüne, Ehrengalerie und schliesslich das Museum des FCB (soll eines der grössten Sportmuseen sein). Dort gibt es viele interessante Sachen zu entdecken. Die über 100-jährige Geschichte des Vereins wird mit Bildern, Gegenständen aller Art (alte Fussbälle, Stulpen, Schuhen etc.) und mit all den gewonnen Titeln aufgezeigt. Ein Museum, wo man sich stundenlang aufhalten kann und viel Wissenswertes erfährt. Der Gründervater des Vereins war beispielsweise Schweizer. Man erfährt, wer alles schon beim FCB gespielt hat (Maradona, Cruyf, Ronaldo, etc.) und dass es auf jedem Kontinent Fanclubs hat (von denen gibt's hunderte, alleine die Schweiz hat mindestens drei). Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall! Daneben kann man sich im FCB-Megastore mit allen möglichen und unmöglichen Souvenirs eindecken. Von normalen Fussballshirts, Hosen, Stulpen, Schuhe über die üblichen Tassen, Teller, Gläser, Bleistifte bis zu den eher ungewöhnlichen Tangas, Boxershorts, Bademäntel, Pommes-Chips etc. gibt es wirklich alles für den FCB-Fan. Der Megastore verdient seinen Namen - er ist wirklich riesig und der Rubel oder besser der Euro rollt. Es ist unglaublich wie das Geschäft läuft. Ich bin überzeugt, dass alleine der Verkauf von Fanartikeln einige hundert Millionen Franken einbringt. Da kann man ruhig auf einen Leibchensponsor verzichten (ist wohl das einzige Profi-Team ohne Sponsor, oder?).

Das war's von mir aus Barcelona. Ich werde mich nächstens noch mit einem Fazit und neuen Fotos hier melden. Bis bald in der Schweiz! Bruno

Posted by Bruno at 13:10 | Comments (0)

01.06.05

Jaja, es gibt mich noch...

Nach einer langen und ereignisreichen Zeit melde ich mich endlich wieder mit einem Eintrag. Die letzten vier Wochen kurz zusammengefasst: Ein Fisch ist gestorben, der Computer hat den Geist aufgegeben, die Wohnung war stets mit Besuch gefüllt, Barca wurde Meister und meine erste Prüfung ist auch schon Geschichte... . Wem's ein wenig ausführlicher beliebt, der lese einfach weiter.

Vor einiger Zeit ist Christoph, einer von zwei Fischen meiner Mitbewohnerin Meri gestorben. Ich weiss nicht so recht, ob ich traurig oder glücklich darüber sein soll. Denn den Fischen hier geht es wirklich nicht gerade gut. Sie besitzen nur ein kleines Aquarium, gefüllt mit Wasser und nichts anderem. Und dieses Wasser ist meist nicht wirklich als Wasser zu erkennen... . Darum versuche ich schon lange Meri zu überzeugen, die Tiere frei zu lassen. Bis jetzt ohne Erfolg. Generell gilt es zu sagen, dass die Spanier ein sehr komisches Verhältnis zu Tieren. Beispielsweise wohnt gegenüber einem Kollegen eine Familie, die lässt ihren Hund einfach tagelang auf der Terrasse (ca. 1m auf 2.5m) wo der sprichwörtlich "arme Hund" auch sein Geschäft verrichten muss. Das wird dann alle paar Tage mal gesäubert... .

Nachdem der Computer zu Hause von einem meiner Besucher (Longi zuliebe nenne ich keinen Namen) in einen höchst instabilen Zustand versetzt wurde, gab er vor ca. 2 Wochen seinen Geist völlig auf. Einige frisch erarbeiteten Daten meiner Masterarbeit sind so wohl verloren :-( Weiter heisst das kein Internet mehr zu Hause :-( Ich bin sozusagen von der Aussenwelt abgeschnitten!!!

Fürs Internet hätte ich so oder so nicht übermässig Zeit gehabt - immer wieder stand Besuch vor der Tür. Alphabetisch geordnet sieht die Besucherliste der letzten vier Wochen so aus: Angi, Anja, Borti, Freisi, MC. Dazwischen besuchte eine Spanischklasse des Kollegiums Barcelona. Und so konnte ich ein weiteres Mal Svenja in BCN begrüssen. Zudem wurde mir die Ehre zuteil, dass der Abschied nehmende Rektor des Spiritus Sanctus mich auf eine Cola einlud (anscheinend hat er vergessen wer ich bin :-)

Definitiv ein Highlight in diesem Jahr war der Gewinn der Liga vom FC Barcelona. Dank einer waghalsigen Aktion ergatterten wir an der Meisterfeier im Camp Nou auch ein paar gute Plätze. Nachdem ca. 157 Mal das "Barca, Barca, Baaaarca"-Lied gesungen wurde und jeder einzelne Spieler "Visca Barcelona! Visca Catalunya!" (es lebe Barcelona, es lebe Katalonien) ins Mikrofon geschrien hatte, wurde die Meisterfeier mit einem tollen Feuerwerk beendet. Viel zu reden gab der Auftritt zweiter Spieler: der eine war Eto'o, welcher Real Madrid als "cabron" bezeichnete. Damit machte er sich zwar ca. 80'000 Freunde im Camp Nou, wohl aber mindestens genausoviele Feinde in der Hauptstadt Spaniens. Der zweite Spieler - ich weiss seinen Namen leider nicht mehr, war aber keiner der Cracks - sagte, er sei stolz beim besten Verein, dem FC "Barga" zu spielen. Er hat tatsächlich "Barga" gesagt und nicht "Barca"...

Neben dem Besuch-durch-die-Stadt-Führen, dem Fisch Begraben, dem Über-den-Computer-Schimpfen und dem Feiern des Meistertitels fand ich tatsächlich noch Zeit zum Lernen :-) Am letzten Mittwoch war dann die erste Prüfung. Teil eins bestand aus Multiple-Choice Fragen und der zweite Teil aus einer Übungsaufgabe. Dank dem hervorragenden Taschenrechner von Meri konnte ich (so glaube ich zumindest) die Übungsaufgabe zu 95% richtig lösen. Schwieriger ist die Einschätzung des ersten Teils. Erstens stellt sich die Frage, ob ich die verschiedenen Fragen auch wirklich richtig verstanden habe und zweitens ob ich dann die Antwort darauf auch wusste. Werde mich vom Ergebnis überraschen lassen.

Zum Schluss noch dies: Was ich schon immer in der Schweiz gesagt habe bewahrheitet sich auch hier in Barcelona: Im Sommer studieren einfach die hübscheren Frauen als im Winter :-) :-) :-)

Gruss und bis bald!!

Posted by Bruno at 23:01 | Comments (0)

01.05.05

Neue Photos

Es ist soweit, die zweite Serie Photos ist im Kasten. Bevor es aber zum Link geht noch ein paar News meinerseits, diesmal wirklich nur kurz.

Ein beliebtes Ausflugsziel ein bisschen ausserhalb Barcelonas ist das Montserrat Gebirge mit seinem Benediktinerkloster. Neben dem Hauptkloster gibt es ein paar weitere kleinere Klöster, welche im Gebirge verstreut sind. Sie sind gut zu Fuss erreichbar, ideal für eine kleine Wanderung. Besonders gefragt ist die "Schwarze Madonna" im Benediktinerkloster. Da muss man schon mehr als eine Stunde in der Schlange stehen (übrigens nichts unübliches in Barcelona: hier steht man an fürs Essen, für Clubs, an der Kasse, etc.), um einen Blick von einigen wenigen Sekunden auf die Statue zu werfen. Das Gebirge hat für uns Schweizer eine etwas eigentümliche Form. Die einzelnen Gipfel sind langgestreckt und abgerundet (als Folge von Wind und Wetter formt sich der Kalk so, gemäss Geologe Henzen...). Leider war zum Zeitpunkt unseres Besuchs meine Speicherkarte bereits ziemlich voll, so dass es nur ein paar wenige Photos davon gibt. Hier ein Beispiel:

PHTO0144.jpg

Am letzten Samstag war hier "Sant Jordi", ein Feiertag. An diesem Tag schenken die Jungs den Mädels eine Rose. Im Gegenzug erhalten wir ein Buch (also so was, wer wohl diese Idee hatte...). Es ist unglaublich, aber wirklich 80% der Frauen laufen an diesem Tag mit einer Rose (ein paar Glückliche haben auch zwei oder drei) in der Hand durch die Stadt. Und es ist unglaublich: alles was zwei oder vier Beine hat begibt sich an diesem Tag in die Stadt. So gibt es kaum ein Durchkommen in den Ramblas, wohin man blickt nur Köpfe und Köpfe und Köpfe. Das muss man wirklich mal gesehen haben. Aber ist natürlich nicht so angenehm. Da geht man lieber dem Rummel ein wenig aus dem Weg und begibt sich an den Strand... .

So, hier die versprochenen neuen Photos. Viel Vergnügen!

Neue Photos ab circa der Mitte...

Alles neue Photos...

Posted by Bruno at 20:13 | Comments (0)

24.04.05

Barça, Barça, Baaarça!!!!

Ui, nach zwei Wochen gibt's ziemlich viel zu erzählen... . Werde versuchen mich kurz zu fassen und auf das Wesentliche zu beschränken :-)

Am 7. April feierte mein Vater seinen 60sten Geburtstag. Der Zufall wollte es, dass meine Eltern zu diesem Zeitpunkt in den Ferien in La Manga waren. Tja da musste der Rest der Familie halt auch "nachreisen". So haben wir ein wunderschönes Familienwochenende in La Manga verbrungen. Mit dem Wetter hatten wir mehr oder weniger Glück. Es schien meist die Sonne, einzig der starke Wind machte uns zu schaffen. Am Abend gingen wir jeweils auswärts essen. Angesicht der günstigen Preise ein Muss (besonders wenn man nicht selber bezahlen muss/darf/kann, hihihi...). Während dem Tag erkundeten wir die beiden Meere - das Mittelmeer und das Mar Menor - mit dem Auto, natürlich auf dem Landweg. La Manga bildet einen schmalen Landstreifen und trennt die beiden genannten Meere voneinander. Wobei vom Landstreifen nicht mehr allzu viel zu sehen ist. Er ist an vielen Orten vollgestopft mit grossen Wohnblöcken, riesigen Hotels, zum Teil aber auch mit ganz schönen kleinen Häusern. Leider verging das Wochenende viel zu schnell, und so musste jeder wieder an seine "Arbeitsstätte", die Eltern konnten noch vier weitere Tage am Meer geniessen, bevor es zurück in Kälte und den Schnee ging... .

Am Montag darauf hat für mich ein neuer Lebensabschnitt begonnen: ich hab es endlich geschafft, ein Fitnessabo zu kaufen! Nach zwei Monaten ohne Sport (ausser zwei Mal eine halbe Stunde joggen und die nächtlichen Tanzeinlagen) habe ich die körperliche Betätigung richtig vermisst. So bin ich nun auch richtig fleissig im Fitnessstudio, das neben den üblichen Geräten auch über Solarium, Sauna und Schwimmbad verfügt. Und ich muss sagen, ich fühle mich richtig gut, freue mich jedesmal auf den Sport und das Aussschwitzen. Was ich ein wenig paradox finde sind jene Leute, welche im Fitnesscenter anstatt die Treppe den Lift benutzen, nachher aber dann eine halbe Stunde auf den Stepper steigen... .

Ein Highlight bis jetzt war ganz klar der Besuch des Fussballspiels Barça-Getafe. Es ist wirklich ein Erlebnis, einmal ein Spiel im Camp Nou zu verfolgen. Das Stadion fasst ca. 100 000 Leute - kaum vorstellbar. Aber zurück zum Spiel: Der Zufall wollte es, dass Rubi, Longi und ich auf dem Weg zum Stadion neben dem Hotel der Barça-Spieler vorbeiliefen. Leider ca. fünf Minuten zu spät. Die Spieler waren schon alle in den Bus eingestiegen und wir konnten nur noch einen Blick durch die Fenster des Reisebusses auf die Spieler werfen. Danach hiess es, uns an den unzähligen Verkaufsständen vor dem Stadion mit Fanartikeln einzudecken. Nachdem sich dann auch Longi für ein Leibchen (9 Eto'o) entscheiden konnte, begaben wir uns in das Stadion. Es ist kaum vorstellbar, aber es gab überhaupt keine Kontrollen. Einzig das Ticket musste man vorweisen. Die Tickets habe ich eine Woche vorher besorgt, hatte aber überhaupt keine Ahnung wo sich die Plätze befinden. So stieg die Spannung immer mehr, als wir uns auf die Suche nach dem Eingang 19, Tür 73, Boca 38, Reihe C Plätze 1, 3 und 5 machten. Und voila: Plätze in der ersten Reihe, drei Meter neben Deco und Co. O.K., Longi bemängelte zwar, dass man da den Spielaufbau und die Pässe in die Tiefe nicht so gut sieht, aber dafür erlebten wir das Spiel hautnah. Es war ein tolles Spiel (2:0) mit einigen ganz schönen Spielzügen und Tricks der Barça-Fussballcracks. Bestimmt werde ich die beiden nächsten (zugleich letzten) Heimspiele wieder live vor Ort verfolgen. Und dann wird hoffentlich der Sieg der Liga gefeiert!!!

So, mehr gibt's dann beim nächsten Beitrag. Dann sollte auch eine neue Fotoserie bereit sein... . Wünsche allen eine gute Zeit! Hoffentlich könnt ihr auch bald den Frühling geniessen!

Posted by Bruno at 15:09 | Comments (6)

04.04.05

Ostern in Barça

Über die Ostertage hatte ich Besuch aus der Schweiz. So lernte ich vor allem das Nachtleben in Barcelona kennen - danke! Aber natürlich waren wir auch während dem Tag aktiv. So besuchten wir beispielsweise das Picasso-Museum. Laut Reiseführer ist es das meist besuchte Museum von Barcelona. Es zeigt vor allem Werke des jungen Picasso, aber auch die "blauen und rosa Phasen" des Künstlers... . Mehr beeindruckt hat mich allerdings das Museum Gaudí's im Untergeschoss der Sagrada Família. Hier wird der Bau der Sagrada Família von den ersten Skizzen über die folgenden Modelle bis hin zum fertigen Kunstwerk präsentiert. Die Sagrada Família ist wohl die eindruckvollste "Baustelle" in Barcelona. Geplant ist die Fertigstellung für das Jahr 2025, aber daran glaubt wohl niemand so richtig. Wäre ja auch schade... . Das Hämmern und die gewaltigen Kranwagen gehören einfach dazu.

Ebenfalls beeindruckt mich der Park Güell immer wieder. Es ist unglaublich, mit wieviel Liebe zum Detail die Sitzbänke, aber auch die Halle der 100 Säulen erbaut wurden, und das alles aus weggeworfenen Flaschen, Porzellan, Tellern etc. Weil über die Ostertage wirklich viele Geschäfte geschlossen waren, plante Longi einen Wandertag: es galt den Hausberg Barcelonas, den Montjuïc zu erklimmen. Nachdem wir am Vortag mit dem Besteigen der Sagrada Família und des Park Güells das erforderliche Training absolvierten, war die Besteigung des Montjuïc für uns (Svenja, Longi und mich) natürlich kein Problem. Neben dem Olympiastadion und dem Schloss ist besonders die Sicht auf den Hafen Barcelonas eindrücklich. Es herrschte emsiges Treiben beim Güterumschlag: die Container von unzähligen Camions wurden auf riesige Schiffe verfrachtet. Neben dem Hafen konnte man auch die Flugzeuge im Landeanflug beobachten. Im Minutentakt nahmen sie Kurs Richtung Landebahn. Kleine Anmerkung: Alleine die Strecke Barcelona-Madrid wird täglich von über 40 Flugzeugen geflogen - und täglich ca. 40 Mal wird die Strecke Madrid-Barcelona bedient. Eindrücklich, oder?

Apropos, am Wochenende heisst's für mich auch wieder ab in die Lüfte: Familientreffen in La Manga, Mar Menor - Juhuiiii!!!

Saludos de Barcelona, Bruno

Posted by Bruno at 20:25 | Comments (0)

21.03.05

Das Image der Schweiz

Zuerst ein paar Worte zum Wetter: Ende letzte Woche wurde hier so richtig der Frühling spürbar. Es herrschten Temperaturen um die 22 Grad, so dass man ruhig mit dem T-Shirt auf die Strasse konnte. Hab in meinen langen Jeans sogar richtig geschwitzt und mir so meine Gedanken darüber gemacht, wie es wohl im Mai/Juni sein wird... . Wer Abkühlung suchte, begab sich an den Strand, wo ein frischer Wind für Erfrischung sorgte. Die Vorfreude auf die warmen Tage, die kurzen Röcke (*g*), das Strandleben, etc. ist gross. Aber hab auch meine Bedenken, dass es vielleicht ein wenig zu heiss werden könnte... . Lassen wir uns überraschen und machen wir das Beste daraus!

In den vergangenen Wochen habe ich mich mit einigen Leuten über die Schweiz unterhalten. Es ist schon lustig, was man da so alles erfährt. Zuerst einmal verwechseln nicht nur die Amis Schweden und die Schweiz; nein, auch die Iren tun dies. Wenn die Leute Schweiz hören kommt ihnen in erster Linie Käse, Schokolade, Banken (oder allgemein Geld), Heidi (!) und die Neutralität in den Sinn. Diese Neutralität scheint doch einige Bauchschmerzen zu verursachen. So musste ich einige hitzige Wortgefechte führen, um den Standpunkt der Neutralität zu erklären und teilweise auch zu verteidigen. Besonders wenn es um die Frage des Krieges geht, fordern viele von uns einen klareren Standpunkt. Hab gemerkt, dass es ein ziemlich heikles Thema ist. Neben den Schweiz-Kritikern gibt es aber auch einige, welchen die Art und Weise der Schweizer ganz gut gefällt. Besonders beeindruckend scheint die Spachenvielfalt zu wirken. Für die Spanier interessant ist die Frage, wie das Verhältnis Kantone-Bund ist, war und sich entwickeln wird. Jaja, für Gesprächsstoff beim Thema Schweiz ist gut gesorgt... .

Hier haben die Ferien begonnen (bis am nächsten Montag). Deshalb wünsche ich bereits jetzt allen frohe Ostern und viel Glück bei der Suche nach dem Osterhasen!!

@oli und beni: auch in Norwegen und Russland wird es wärmer...

Posted by Bruno at 17:58 | Comments (2)

15.03.05

Der Mensch - ein Gewohnheitstier

Vorletzte Woche habe ich einen kleinen Abstecher in die Schweiz gemacht. Es ist schon unglaublich, wie schnell sich der Mensch an irgendetwas gewöhnt. Dies wurde mir beim und nach dem "Besuch" in der Schweiz bewusst. Natürlich habe ich mich gefreut, wieder mal zurück ins Heimatland zu reisen. Bekannte Gesichter sehen, "Walliserditsch" reden, mit Kollegen ein Bierchen trinken. Und natürlich war da der Quer-Besuch, ein wirklich bleibendes Erlebnis! Aber zurück zu den Gewohnheiten. Mein Flug hatte zwei Stunden Verspätung und so landete ich kurz vor zehn Uhr (Abends) in Genf. Dort habe ich - wie könnte es anders sein - auch den Zug in Richtung Fribourg um knappe zehn Minuten verpasst. Also nochmals eine Stunde warten. Man kann es kaum glauben, aber um 22.00 Uhr am Flughafen in Genf läuft genau nichts mehr: kein Restaurant hat mehr offen, die Anzahl Leute lässt sich an einer Hand abzählen und es ist wirklich fast gespenstisch still für einen sonst so belebten Ort wie den Flughafen. Da bin ich mir in Barcelona schon anderes gewöhnt: Abends zwischen 10 und 11 Uhr ist die Metro meist ziemlich voll, die Leute halten sich in den Strassen auf, diskutieren in einer der unzähligen Bars bei einem cerveza über die wohl wichtigste Sache der Welt (nicht was ihr denkt, tststs. Natürlich über Fussball, im Speziellen über Barça) oder man führt den Hund Gassi. Um zehn Uhr blüht die Stadt nochmals so richtig auf! So kam ich mir in Genf schon ein bisschen verlassen vor... . Dann zurück in Fribourg in der Wohnung: Wau, ist die gross!! Unblaublich, ich hab in den fünf Wochen vergessen, wie gross die Wohnung ist, hab mich bereits an die etwas kleineren Zimmer in Spanien gewöhnt. Im Weiteren sind mir besonders die berühmte CH-Sauberkeit und die wohl noch berühmtere CH-Pünktlichkeit aufgefallen. Davon könnten sich die Spanier ruhig auch was abschauen. Aber auch "the spanish way-of-live" ist in Ordnung, man muss sich halt daran gewöhnen :-) Was ich als unglaublich schön empfunden habe war, als es am Samstag Abend so richtig dicke Schneeflocken geschneit hat. Alles war mit einer weissen Schicht bedeckt. Der Schnee ist definitv etwas, das ich vermissen würde. Ebenso so sehr, wie ich mich auf die Rückkehr in die Schweiz gefreut habe, habe ich mich nach dem Wochenende auf die Rückkehr nach Barcelona gefreut. Fühle mich inzwischen in Barcelona halt schon ein wenig wie zu Hause... . Jetzt müsst nur noch ihr lieben Menschen nach Barcelona ziehen uns es ist perfekt :-) ¡Gschpassji!

Apropos, endlich hab ich entdeckt, wie sich "ö, ü, ä" auf dieser Tastatur schreiben lassen. Ab sofort kann ich also den Filzstift zu Hause lassen :-) (gäll nummu Oli)

Wünsche allen zusammen eine gute Zeit! Hasta luego, Bruno

Posted by Bruno at 20:56 | Comments (0)

01.03.05

¡Eine Stadt steht Kopf!

Letzte Woche fand bekanntermassen das Champions-League Spiel Barça-Chelsea hier in Barcelona statt. Was da abging ist unglaublich. Man stelle sich vor, dass gegen 100'000 Personen sich dieses Spiel im hiesigen Fussballstadion Camp Nou ansahen. Zum Vergleich: Das Oberwallis zaehlt ca. 80'000 Einwohner. So kann man sich ungefaehr vorstellen, was hier los war. Eigentlich hatten wir an besagtem Abend von 19.00 Uhr bis 21.00 Uhr Vorlesung. Gerade mal eine Handvoll Studenten wartete im Vorlesungssaal auf den Professor, bis es um halb acht hiess, dass die Vorlesung nicht stattfinden werde. Ob nun der Prof den Fussballmatch der Vorlesung vorzog oder ob ihm wirklich was dazwischengekommen ist - wer weiss... . Die Raeumlichkeiten der Wirtschaftsfakultaet befinden sich in der Naehe des Stadions. Was sich da abspielte koennte Teil eines Films sein. Ueberall auf der Strasse, auf dem Vorplatz der Universitaet, auf dem Zugang zur Metro, in Parks etc. wurden Autos parkiert. Das Highlight bildete eine Gruppe junger Maenner, welche ein kleines Auto ein bisschen auf die Seite hieften, um fuers eigene Platz zu haben. Wer nicht ueber das noetige Kleingeld fuer ein Ticket verfuegte - nach Angaben mehrerer Einheimischer immerhin ca. 300 Euro - musste Vorlieb nehmen in einer der unzaehligen aber dennoch ueberfuellten Bars. Oder man schaute sich das Spiel einfach ganz gemuetlich zu Hause bei einem Bierchen an :-)

Gestern geschah, was eigentlich nicht geschehen sollte: es hat geschneit in Barcelona! Nach Angaben meiner Mitbewohnerin ist das ein aeusserst rares Ereignis. Juhui, ich wurde Zeuge davon :-) Im Vorfeld meines Auslandaufenthaltes habe ich mit Cristina aus Barcelona gesprochen und ich hab sie gefragt, ob es auch in Barcelona so was wie Winter gibt und ob ich so richtige Winterkleider mitnehmen soll. Bin ich froh, hat sie mich schon damals von meiner Illusion eines immerfreundlichen, warmen, strandwetterherrschenden Barcelona etwas weggebrungen hat... . Hier sind Verhaeltnisse wie sie Oli im hohen Norden erlebt:

Kumpel 2


Inzwischen habe ich auch versucht, etwas betreffend den Photos zu organisieren. Mal schauen, ob es klappt... . O.K., die Qualitaet ist nicht gerade spitze. Aber das Preis-Leistungsverhaeltnis stimmt nicht schlecht. Vielleicht liegt's auch am Photographen :-) Anyway, viel Spass!

¡¡¡Erste Photos online!!!

¡¡Zweite Serie ebenfalls aufgeschaltet!!


Da ich am Donnerstag einen kleinen Abstecher in die CH mache, muesst ihr auf den naechsten Eintrag etwas laenger warten. Aber er kommt bestimmt :-)

Posted by Bruno at 13:52 | Comments (1)

22.02.05

¡Hola!

Ich wurde von Kollege Frigi darauf aufmerksam gemacht, dass es wieder mal an der Zeit sei, einen kurzen Bericht aus BCN zu schicken :-) Dem will ich hier und jetzt Folge leisten...

Das Wetter hier nimmt noch nicht suedlaendische Eigenschaften an. Es regnet doch noch ab und zu. Zu allem Uebel jetzt schon das zweite Mal, nachdem ich die Fenster geputzt habe. Bei der naechsten Putzaktion lasse ich das Fensterputzen bei Seite... . Wenn die Sonne aber scheint, so ist es richtig gemuetlich. O.K., man muss einen Pulli ueber die Schultern nehmen, in ein paar Wochen wird auch das nicht mehr noetig sein. Die letzten Sonnenstrahlen genossen wir im "Park Guell". Ein wunderschoener Ort. Man geniesst eine ausgezeichnete Aussicht ueber die ganze Stadt. Aber auch der Park selber ist mit vielen Sehenswuerdigkeiten und Wissenswertem gespickt. Wir haben einige Photos geschossen, aber eben... . Ich verspreche zwar nichts, aber naechste/uebernaechste Woche sollten die Photos online geschalten werden. Ich gebe alles!! Dann koennt ihr ebenfalls einige Photos aus dem hiesigen Aquarium bestaunen (Aufgabe: Findet Nemo...). Unglaublich, was fuer viele verschiedene Fische es gibt, in allen Farben, Formen und Groessen.

Ein etwas leidiges Thema ist das Rauchen. In allen moeglichen Orten darf geraucht werden. Einzig die Metro ist rauchfrei, ob darum soviele Leute stets die U-Bahn benutzen?? :-) Selbst an der Uni ist kein Winkel gefeit vom Qualm. Da kann es schon mal sein, dass ein Student rauchend in den Vorlesungssaal latscht und dort seine Sachen deponiert, dann draussen wieder gemuetlich am Glimmstengel zieht. Es haette zwar Aschenbecher, aber die sind jeweils sooo weit entfernt, da schmeiss ich doch lieber den Filter einfach auf den Boden. Am Abend gleichen so die Gaenge der Uni einem wahren Zigarrettenstummelfriedhof. Wer uebrigens in der Metro beim Rauchen erwischt wird, hat eine Busse von 30,05 Euro zu bezahlen. Man beachte die ,05!!

Am Wochenende genossen wir ein superfeines Fondue (Danke Angi!!). Besonders die Einheimischen waren von meinen Kochkuensten ganz angetan. Ist schliesslich auch nicht so einfach, die Fertigpackung fachgerecht in das Caquelon zu fuellen und dann in der richtigen Art und Weise zu erhitzen :-) Auf jeden Fall gingen wieder einige Bestellungen fuer Fondues ein... .

Bis zum naechsten Mal, Bruno

Posted by Bruno at 22:22 | Comments (4)

11.02.05

Zwei Seiten

Der Beitrag dieser Woche beginnt mit einem traurigen Thema. Wie wohl in jeder Grossstadt lebt auch in Barcelona eine Vielzahl armer Leute. Es vergeht kein Tag, an dem du nicht die andere Seite einer schoenen Grossstadt oder eben die schwarze Seite der Medaillle, die Armut, zu sehen bekommst. So kommen Frauen mit ihren Babys im Arm in die Metro und flehen um Hilfe. Andere Leute mit Behinderungen sitzen einfach am Strassenrand und strecken die Hand aus. Wiederum andere suchen unter dem Unterstand einer geschlossenen Bankfiliale Schutz. Das Schlimmste was ich bis jetzt gesehen habe war, als etwa fuenf Leute einen Abfallcontainer in der Naehe eines Supermarkts umstuerzten und darin nach Essensresten suchten... . Auch mit der Armut im Zusammenhang stehen wohl die verschiedenen Delikte wie Diebstahl, Verkauf von Diebesgut etc. Ich persoenlich fuehle mich zwar sicher in der Stadt, habe aber von anderen gehoert, welche Opfer eines Diebstahls wurden. Wir wurden auch ausdruecklich von der Uni aufgefordert, gut auf die wertvollen Sachen wie Schmuck, Geld, Notebook etc. aufzupassen.

Ein eindeutig schoeneres Thema war die Erasmus-Party am letzten Mittwoch. Sie wurde als "Snow-Party" angekuendigt. Und was war speziell an dieser Party? Wer weiss es? Ja genau, waehrend der ganzen Party wurden auf zwei Bildschirmen Bilder von Zermatt gezeigt!! O.k., es war nicht "z'Riäd", aber immerhin Zermatt :-) Und ich konnte viele Leute eifersuechtig machen, als ich ihnen erzaehlt habe, dass ich da in der Naehe wohne. Es war schoen! Natuerlich fehlte an der Party auch der Schnee nicht. Der kam aus einer kleinen Spraydose, einer Mini-Schneekanone. Die Partys hier beginnen - entsprechend dem spanischen Rythmus - nach zwoelf Uhr und dauern dann bis vier, fuenf Uhr morgens. (Insider: Die "Spaghetteria CaNiCa" koennte hier ein super Geschaeft machen. Das waer doch eine gute Business-Idee...) Wie bereits im letzten Mail erwaehnt, wimmelt es hier von Finnen. Man stelle sich vor: kenne jetzt ein Dutzend Finnen, hab aber noch nicht einen einzigen Schweizer getroffen. Allerdings kenne ich jetzt einen Grund dafuer: die Finnen kriegen fuer ihr Auslandstudium zum Teil eine Unmenge Geld - die spinnen, die Finnen. Es ist wirklich unglaublich.

Hey, ich melde mich wieder!! Bis dahin wuensche ich euch allen viel Sonnenschein am Himmel und im Herzen :-)

Posted by Bruno at 23:13 | Comments (1)

05.02.05

Komische Sache...

Zweiter Versuch.... . Jetzt habe ich diesen Bericht schon fast fertig geschrieben gehabt, da druecke ich aus Versehen auf eine Taste und Wusch, alles weg. ¡¡Scheibenkleister!! Also ich beginne nochmals von vorne.

Letzte Woche machte ich mich auf, eine Prepaid-Card fuers spanische Mobilfunknetzt zu kaufen. Ich begab mich in ein riesiges Einkaufszentrum mit allen moeglichen und unmoeglichen Geschaeften. Im Phonehouse erkundigte ich mich nach dem guenstigsten Anbieter von Prepaid Diensten. Die freundliche Dame empfahl mir Vodafone. Als ich mein Handy oeffnete, erklaerte sie mir, dass in Spanien andere SIM-Card-Formate verwendet werden. Ich muesse also ein neues Handy kaufen. Das koenne ich allerdings erst morgen machen. Ein bisschen erstaunt verliess ich den Shop und erzaehlte zu Hause die Geschichte Meri. Sodann testeten wir die Spanien-Tauglichkeit meines Handy anhand ihrer SIM-Card. Kein Problem. So begab ich mich am Mittwoch erneut ins Einkaufszentrum, diesmal direkt in den Vodafone-Shop. Dort verlangte ich eine Prepaid-Card. Alles kein Problem, sagte die Verkaeuferin, ich koenne die Karte aber nur Dienstags und Freitags kaufen. Wie bitte? Nur Dienstags und Freitags? Perplex und wohl ein wenig verstoert verliess ich das Geschaeft und machte mir so meine Gedanken. Als ich Meri zu Hause die Geschichte erzaehlte, musste sie nur lachen. Sie habe so was noch nie gehoert. Ich sei wohl Opfer der "Versteckten Kamera" geworden :-) O.K., am Freitag suchte ich erneut einen Vodafone-Shop auf, um endlich so ein kleines Kaertchen zu kaufen. Und siehe da, es war alles kein Problem. Es war ja schliesslich auch Freitag... . Also man stelle sich so etwas in der Schweiz vor. Du gehst in die Migros und willst einen Liter Milch kaufen. An der Kasse sagt man dir: "Tut uns leid, heute ist Dienstag. Milch verkaufen wir nur am Montag, Mittwoch und am Samstag." Komisch, oder?

Letzte Woche hat auch unser Spanischkurs begonnen. Wir sind ca. 20 Personen. Etwa acht Finnen, drei Slowenen, drei Hollaender, zwei aus Oesterreich, zwei Deutsche, ein Ire und ich. Das Niveau ist nicht gerade berauschend. Unser Lehrer (sein Name ist Toni) hat seine liebe Muehe, uns zum Sprechen zu bringen. Meist beginnen wir den Satz in Spanisch und sobald wir nicht mehr weiter wissen wechseln wir auf Englisch. Besonders lustig ist das Lachen von Toni. Damit ihr euch das in etwa vorstellen koennt, lest folgendes laut vor:"Hehehehe".

Heute regnet es ziemlich stark in Barcelona. Laut Meri ist das ziemlich strange. Hier regnet es vielleicht drei Mal im Jahr. Und das ausgerechnet heute, wo ich doch gestern die Fenster geputzt habe. So ein Pech. Das Putzen hier ist auch ein Erlebnis. Unser Putzschrank umfasst bestimmt mehr als 20 Putzmittel. Alles hat seinen ganz bestimmten Zweck. Ein Mittelchen fuer die Platten, eines fuer die Schraenke, eines fuer die Kombination, eines fuer den Kuechenboden, eines fuer das Lavabo, eines fuer die Dusche, eines fuer den Winter, eines fuer den Sommer, und so weiter und so fort.

Naechste Woche gibt es mehr News von mir. Dann vielleicht etwas ueber Fussball. Ein nicht ganz unbedeutendes Thema hier in Spanien und besonders in Barcelona. Also machts gut und bis bald!!
Bruno

Posted by Bruno at 21:51 | Comments (2)

01.02.05

Bald eine Woche...

Jetzt ist dann bereits eine Woche vergangen, seit ich in Barcelona bin. Einerseits erscheint mir das eine kurze Zeit, aber auf der anderen Seite habe ich mich bereits gut eingelebt und es kommt mir deshalb vor, als ob ich schon laenger hier sei. Im Moment sind immer noch Stadt Auskundschaften, Organisieren und Einleben an der Tagesordnung.

In Sachen Uni laeuft noch nicht so viel. Am vergangenen Freitag hatten wir einen Einstufungstest fuer den Spanischkurs zu absolvieren. Ich hatte Null Ahnung. Es wurde von A bis Z Grammatik abgefragt. Die erste Aufgabe konnte ich noch gut loesen. Dann kamen aber einige Probleme dazu. Es wurde nach Futur, Praeteritum, Perfekt und was es da noch so alles gibt gefragt. Davon hab ich einfach noch nie was gehoert... . Egal, ich hab mich durch die Aufgaben zwei und drei (von so ca. sechs, mit steigendem Schwierigkeitsgrad) gemogelt. Und siehe da, ich wurde sogar in eine Gruppe eingeteilt, womit ich wirklich nicht gerechnet habe. So beginnt am Donnerstag der Spanischkurs, drei Mal die Woche, jeweils zwei Stunden und das bis zum 18. Maerz. Bis dann kann ich mich dann hoffentlich gut verstaendigen. Zeitung lesen und Fernsehen geht bereits einigermassen gut. Aber eben das Sprechen. Zur Zeit verbessere ich lediglich mein Englisch, das sagt wohl alles... .

Am Sonntag erlebte ich einen typischen Sonntagsablauf (sagt Meri). Hier schlaeft man aus, so bis elf, zwoelf. Dann verabredet man sich mit Kollegen am Strand. Dort trinkt man zusammen etwas (ein Bier) und isst was Kleines (Meeresgüegu, Pommes Chips, etc.). Nachher macht man sich auf nach Hause und kocht dort. So Nachmittags um drei/vier Uhr gibt's dann Mittagessen. Danach geht man wieder in die Stadt, Umherschlendern, Kino, Sport, Lesen, Shoppen etc. Tja, es ist schon ein anderer Rythmus als in der Schweiz. So hab ich komisch aus der Waesche geguckt, als mich Meri um 17.00 Uhr fragte, was ich heute Nachmittag noch so alles machen werde... . Also in der CH verbreche ich an einem Sonntag nach 17.00 Uhr nicht mehr viel... . Bestimmt werde ich mich noch an den Spanischen Rythmus gewoehnen, auch was das Schlafen angeht. Hier geht man einfach nicht vor zwoelf Uhr ins Bett. Fuer mich als "Fruehschlafer" braucht das auch noch eine gewisse Angewoehnungsfrist.

Die Stadt gefaellt mir mit jedem Tag besser. Immer wieder entdecke ich neue Seiten, neue Orte. Sehr beeindruckt bin ich beispielsweise von der Sagrada Familia. Ein wirklich imposantes Gebaeude. Auch auf den Ramblas ist immer was los. Viele Strassenkuenstler und noch mehr Gauner versuchen hier ihr Glueck. Daneben bietet Barcelona aber auch einige Parks mit Gruenflaechen, Sitzmoeglichkeiten, Brunnen etc. Genial ist natuerlich der Strand, wo man Flanieren und sich dem Rauschen des Meeres hingeben kann. Wesentlich hektischer geht es auf den Hauptstrassen Barcelonas zu und her. Die Fahren hier - ob mit Velo, Mofa oder einem 30t Lastwagen - in einem recht hohen Tempo durch die Strassen. Und wenn einer mal zu Hupen beginnt, stimmen gleich vier/fuenf andere ins Hupkonzert mit ein. Heute hat sogar einer mit seiner Veloklingel mitgemacht - was fer es Bildji!!

Eigentlich haette ich jetzt gerne meine ersten Impressionen von Barcelona auch anhand von einigen Photos unterlegen wollen. Leider klappt es aus technischen Gruenden hier zu Hause mit dem Hochladen der Bilder von der Digitalkamera auf den PC noch nicht. Werde mich aber in den naechsten Tagen bemuehen, eventuell an der Uni. Mal schauen... .

Wuensche euch nun eine gute Zeit! Wer einen Kommentar, Fragen, Anregungen, Wuensche aeussern will, kann das anhand des untenstehenden Formulars (hoffe, es funktioniert). Macht's gut, Bruno

Posted by Bruno at 19:13 | Comments (2)

28.01.05

Erste Eindruecke

Die ersten Tage in Barcelona

Bevor man sich in eine neue Stadt begibt, macht man sich so seine Gedanken. Wie wird sie sein? Was erwartet mich da? Was fuer eine Kultur wird da gelebt? Komme ich mit den Leuten, mit der Sprache, mit den vielen Strassen, mit den verschiedenen Eindruecken zurecht? Wie schwer faellt der Abschied von den vertrauten Menschen und Ablaeufen in der Schweiz? Diese Fragen kommen in einem auf. Manchmal geht man den Fragen weiter nach, andere Fragen verdraengt man lieber. Und ploetzlich ist man mitten drin im Abenteuer, schneller als man denkt.

Da merkt man, auch hier in Barcelona gibt es die Ricola-Werbung

"Wer hat's erfunden? Die Schweizer!"
Auch hier gibt's die Pendlerzeitung 20 Minuten. Nur heisst sie hier 20 Minutos, ansonsten daselbe Layout etc. Und auch hier schmeckt der Big Mac wie in der Schweiz. Vielleicht sogar ein wenig besser, weil man nicht so viel dafuer bezahlen muss.

Dann gibt es aber auch Sachen, die einem schon fremd vorkommen. Jetzt erhaelt der Spruch

"Das kommt mir Spanisch vor"
eine ganz andere Bedeutung fuer mich. Er wird brutale Realitaet. Wenn Sie wenigsten Spanisch reden wuerden, und nicht so schnell, und deutlicher, und und und. Zum Glueck ist da meine Mitbewohnerin Meri. Mit ihr kann ich mich zumindest auf Englisch unterhalten. Wobei das kann es ja auf die Dauer auch nicht sein. Tja, jetzt heisst es Spanisch lernen. Dazwischen Stadt und Leute kennenlernen. Neben der Sprache gibt es eine Reihe weiterer Gewohnheiten und Gepflogenheiten, welche nicht jenen in der Schweiz entsprechen. Hier beginnt das Basketball-Training am Abend um 10 Uhr. Pizza wird danach um halb Zwoelf gegessen. Und wiederum: es wird KATALANISCH gesprochen. Eine Kollegin von Meri ist da besonders hartnaeckig. Als jemand mit mir Englisch gesprochen hat bekam diese Person gleich eine Standpauke gehalten
"¡Wir sprechen hier Catalan!"
Gesprochen wird quer durch das Restaurant. Ja, manchmal koennte man fast von Schreien sprechen. Aber das kenne ich ja von irgendwo her :-)

Wuensche euch alles Gute und bis zum naechsten Mal. Dann hoffentlich mit ersten Photos. Mal schauen, ob ich faehig bin... .

Posted by Bruno at 14:07 | Comments (0)

27.01.05

Ankunft in Barcelona

¡Hallo zusammen!

Moechte euch nur kurz informieren, dass ich gut in Barcelona angekommen bin. Die Reise hat gut geklappt. Habe alles relativ schnell gefunden. Heute war ich bereits die verschiedenen Standorte der Uni auskundschaften.

Das Zimmer ist ziemlich klein. Es hat gerade Platz fuer ein grosses Bett, ein kleines Nachttischchen und einen Schrank. Aber ich fuehl mich wohl. Die Wohnung hat weiter eine kleine Kueche, ein Wohnzimmer, ein kleines Abstellzimmer, das Zimmer von Meri und ein Bad. Das Haus ist ziemlich hellhoerig. Und es ist kalt... . Aber der Sommer kommt ja bald :-)

plazareal.jpg

Im Moment habe ich noch ein paar (!) Probleme mit der Sprache, aber das kommt dann schon gut. Morgen gibt es einen Einstufungstest fuer den Spanisch-Kurs an der Uni. Obwohl, eigentlich sprechen hier alle Katalanisch... .

Ich melde mich naechste Woche wieder mit News. Liebe Gruesse aus dem kalten Spanien (so kalt wie seit 20 Jahren nicht mehr, sogar beim Mar Menor schneit es...)

Bruno

Posted by Bruno at 15:04 | Comments (0)